GRUB+LEJEUNE – CREDO 
CREDO
Architekten sind Dienstleister. Sie werden beauftragt, erhalten ein briefing und liefern die Planung. Diese wird geprüft, manchmal verändert, schließlich umgesetzt.

Wir arbeiten anders: Erst werden städtebauliche Probleme definiert und Lösungswege gesucht. Sind sie gefunden, gehen wir damit an die Öffentlichkeit. Sobald das öffentliche Interesse da ist und sich in den Medien manifestiert, folgt in der Regel die Beauftragung durch passende Projektpartner auf politischer Ebene.
Um städtebauliche Missstände in die öffentliche Diskussion zu bringen, bedienen wir uns eines einfachen Mittels: der spektakulären Aktion als Denkanstoß. Warum? Weil trockene Städtebauthemen zwar jeden betreffen aber kaum jemanden interessieren. Die vermeintlich notwendige Fachkenntnis schreckt nicht nur Laien ab. Ein emotional und optisch funktionierendes Bild weckt Sympathie und Interesse.
Das erleichtert den Einstieg.
Damit Ideen eine Chance haben, müssen sie überzeugend und belastbar sein. Nur dann gelingt es, mit Überzeugungskraft und Ausdauer Fürsprecher und Unterstützer zu gewinnen. Ist die grundsätzliche Zustimmung da, gilt es verschiedenste Menschen und Institutionen - mit manchmal unterschiedlichen Interessen – zusammenzubringen und zu versuchen, größtmögliche Harmonie auf dem Weg zu gemeinsamen Zielen herzustellen. Intensive Gespräche in kleinen und größeren Runden helfen, Ideen zu befördern, Missverständnisse zu vermeiden und langfristig Vertrauen aufzubauen.
Architektur ist keine Wissenschaft und die Beurteilung ihrer Qualität ist immer subjektiv. Weil sie oft auch modischen Trends folgt, ist Kontinuität in der haltung keine Selbstverständlichkeit. Wir haben seit Jahrzehnten ein zentrales Thema: Lebensqualität für Stadtbewohner, in erster Linie durch verantwortungsvollen Umgang mit Flächen in und zwischen Städten. Hinzu kommt die Achtung vor gewachsenen Strukturen. Bei sehr unterschiedlichen Aufgabenstellungen ist jedes Projekt ein Prozess. Fest stehen zunächst nur Startposition und Richtung.
Viele Freiraumkonzepte haben eine politische Komponente, weil Sie mit den politischen Zielen von Bund, Ländern, Stadt- und Regionalverwaltungen auf einen Nenner gebracht werden müssen. Außerdem sind Freiflächen nur so lange frei, bis sie zu Bauland werden. Sobald ökonomische Interessen ins Spiel kommen, wird es politisch. Insofern ist Grün – auch jenseits der Parteienlandschaft – immer eine politische Farbe. Politisch wird es auch, wenn die Projekte neben den planerischen auch politische Grenzen überschreiten, so wie 1982 die Werkausstellung in der damaligen DDR.